Abbildungen der Seite
PDF
EPUB

ist eine solche, durch feine äußere Gewalt bewirfie völlige Vernichtung der alten pictischen Sprache nicht wohl zu begreifen :).

Wenn

i) Das Beste, was bis jeßt über die Entstehung der

fúdschottischen, von der erfifchen oder hochschottisden völlig verschiedenen, Sprache und Poesie gejdrieben ist, findet sich in Pinterton's Einleitung zu feiner Auss gabe alter fchottischer Gedichte (Ancient Scotish Poems

froin the collection of Sir Rich. Maitland. Lond. 1786, 2 Voll. in 8vo.), und in einer Abhandlung von Alejander gedoen On the Scoto - Saxou Dialect Die letere Abhandlung ist eingericht in die Transas, tions of the Society of the Antiquaries of Scotland Edinburgh, 1792, in 4to, Vol. I. p. 402. — Pin. terton's interessante, nur zu derb. und anmaßend von ihm verfochtene Meinung, daß die alten Picten ein scandinavisches Volt gewesen, fúkt sich besonders auf, das Zeugniß des gelehrten Beda (aus dein liebenten Jahrhundert), der von den Picten sagt, daß sie aus Scythien berübergekommen. Dieses Scythien, meint Hr. Pinterton, müsse Scandinavien bedeuten, weil alle übrigen Umstände in der ältesten Geschichte von Schottland auf eiren scandinavischen Ursprung der Pico ten hinweisen. auf ein solches argument wird tein unbefangener Gefdichtforscher eine fategorische Behaupa tung wagen. Uber wenn nur von vernünftigen Nuths maßungen die Rede ist, faiin man kaum umhin, der Meinung Pinterton's beizupflichten, sobald man unbefans gen bedenkt, daß die Schotten von jeher Feinde der Engländer waren; daß sie ihre Landessprache nie als ein verdorbenes Englisd) betraditeten; dat zwar angelo fåchfische Flüchtlinge und nachher auch norinannische Fas milien fich im südlichen Sportland niederliefen, aber doch durch ihre Niederlassungen und durch den forts währenden Verkehr ztischen England und dottland nicht wohl eine vollige Vernichtung der alten' Landessprache bei dem gemeinen Manne bewirs ten tonnten. Da wir vom Ursprunge und der Spras de der alten Picten im Grunde gar nichts wissen,

warum

[ocr errors]

Wenn wir abeč auch annehmen, daß die als ten Picten ursprünglich Stammesverwandte der Uns gelsachsen waren, so bleibt doch gewiß, daß ihre Nachfommen, seit der normannischen Epoche, den Englåndern immer dönlicher wurden; daß ihre landessprache, die nun fast eben so viele franzosis sche Wörter in sich aufnahm, rich gleichförmig mit der englischen bildete; und daß seit dieser Zeit die englische und schottische Poesie sich nur durch die Verschiedenheit des Dialekts von einander trenn, ten. Die Regierung des Sidnige Malcolm Kens mor in der zweiten Hälfte des eilften Jahrhuns derts batte zu einer engeren Verbindung beider Nationen die erste Veranlassung gegeben. Dieser schottische Konig war in England erzogen, und mit einer englischen Prinzessin vermählt.

verniåhlt. Bald nachher suchten viele angelsachsische Flüchtlinge, des nen das normannische Foch zu schwer war, eine Freifåtte in Schottland. Wie es tam, daß dies sen flüchtlingen normannische Familien nachfolgten, die im südlichen Schottland Ritterfike erwarben, wissen die Geschichtschreiber nicht zu erklären *). Aber das Uebergewicht der Cultur, welche die Nors månner auf die britannische Insel mitbrachten, bés wirkte auch obne Hülfe des Schwerdes in der {ans

des.

warum sollen wir diese problematische Nation nicht für

scandinavisch halten dürfen? k) 2uch Hume (Hift, of England, chap. 13.) findet

e$ råthselhaft, daß unter den angesehnen Familien in Odottland fo viele von normannischer Abkunft find. Aber wenn man auch mit ihm das Uebergewicht der Cultur, durch welche Otere Famtlten sich geltend machen konnten, noch so hoch anschlågt, ist darum jenes Raths fel noch nicht geldset.

[ocr errors]

dessprache der Schotten dieselbe Veränderung, die sich in der alten (andessprache der Englander ereigs nete. Wir lesen nichts von Befehlen, durch die in Schottland, wie in England, die französische Sprache eingeführt mare, Aber bald spradh' man am schottischen Hofe, wie am englischen, frans zófisch ').

In der weiten Hälfte des dreigehnten Jahrhunderts erlag das schwache Schottland im ungleichen Kampfe mit der englischen Macht. Der Kdnig Eduard I. von England nothigie die Schots ten und iþren Kidnig, seine Qberberrschaft anzuert fennen. Um diese Oberberrschaft zu sichern; legte er englische Befakungen to alle festen Pläße des unterworfenen Sandes, Uber unter der Fraftlosen Regierung reines Nachfolgers Eduard's II. warf die muthige Nation der Schotten unter der Aufübs rung ihres neuen Kidnigs Robert Bruce das engs Iische goch vollig wieder ab. Robert Bruce, einer der größten Männer seiner Zeit, begeisterte - durch seine Thaten auch die schottischen Dichter, seinert Rum zu singen. Er wurde der Held des großen Rittergediches, durch das sich der Schotte John Barboue noch vor dem Englånder Chaucer úber sein Zeicalter erhob. Die schottische Poesie schien damals der englischen voreilen zu wollen. Auch erhielt fich feit dieser Zeit die schottische Spradje in

glei: gleichem Unseben mit der englischen bis in das fiebs zehnte. Jahrhundert, obgleich die Utteratur in dies ser Sprache immer rebr beschränkt blieb. Ein ges genseitiger Nationalbaß wurde zwischen den Soots ten und Engländern wåfrend der fortdauernden Kriege zwischen beiden Nationen fast eben so heftig, als zwischen den Engländern und Franjoren. Dies ser Haß bestårfte die Schotten in der Lehnlichfeit an ihre Sandessprache. Aber die Poesie beider Nas tionen blieb darum doch eine und dieselbe, obgleich die Schotten gewdknlich autirte der Franzosen was

1) Man vergleiche die eben angeführte Steffe bei Kume,

und die Abhandlung von Geodes. Feriler verdient nach gelesen 311 werden: Irving's Dissertation on the litterary history of Scotland, vor seinen schållbaren Lives of the Scotish poets ; Edinb. 1804. in zwei Dos tavbånden..

Die französische Ritterpoesie wirkte auf die schottische gerade so, wie auf die englische. Un den Grenzen zwischen Schottland und England war das Vaterland der Balladenpoesie. In dert Balladen, die von den Minstrels beider Nationen gesungen würden, gingen sogar beide Sprachen, die englische und die schottische, fast ganz in einans der über m).

Wie die schottische Poesie in ihrem Vaterlande quch von den Großen geachtet wurde, beweiset vore züglich das Beispiel, das in der ersten Hälfte des

funfo

ren.

m) Die schottische Poefie verhielt sich also damals zu der englischen genau so, wie die portugiesisde zur spanifden. S. den 4ten Band dieser Gesch. Der Poesie und Bes redsamkeit. Auch die Portugiesen und Spanier haften einander gegenseitig von ganzem Herzen; aber die lite teratur beider Nationen blieb doch ro unzertrennlich verbunden, wie die Spradjen, in denen sie entstanden war. Wenn Portugal mit Spanten in eine einzige Monarchie zusammengefchmolzen wäre, ehe seine Spras che, eine classische Biloung erhalten hatte, so würde nach und nad, die portugiesische Litteratur in die spanis sche übergegangen seyn, wie die schottische in die englio fohe überging.

funfzenten Jahrhunderts der König von Schotts land Jafob I. gab. Dieser Fürst war selbst einer der geistreichsten Dichter seiner Nation. Seine Nachfolger auf dem Throne scheinen die Poesie in schottischer Sprache wenigstens nicht geringe geschikt zu haben, wenn sie auch nichts weiter für sie thas ten, und noch am Ende des sechzeinten Jahrs, bunderts zeigte sich am schottischen Parnasse ein Kidnig des Sándes, gato 6 VI., wenn gleich von der Natur eben so wenig zum Dichten berufen, als zum Regieren.

[ocr errors]

Die beiden übrigen Nationen, die auf den britrischen Inseln ein beimisch waren, im jest ro genannten Wales die Nachfommen der alten Britten, in Irland und im nördlichen Schotto land die Galen oder Erren, unterschieden sich von den Englandern und den Bewohnern des süda lichen Schottlands eben so sehr durch ihre Dents art und Sitten, als durch ihre Sprachen. Ihre Poesie fat mit der englischen und schottischen gar nichts gemein; und was sich davon erzählen läßt gegórt in feiner Hinsicht zur Geschichte der englischen Litterarur, bis auf die neuesten Zeiten, da Macs Perron seine Dilianischen Gedichte in englischer Sprache befannt machte, und auch einige Ueberreste der alt: brittischen oder walischen Poesie in das Englische überseßt wurden.

Alte Sagen vom König Urtbur oder Urtus, der einer der tapfersten Vertheidiger der alten Britten gegen die liegenden Ungelfach sen gewesen

senza

BS

« ZurückWeiter »