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Etwas analoges thut in seinem Fache auch dieses Buch. Es ist ein historisch belegtes Urtheil in der Zeit, hinausgehend über sie, gegen die Gottlosigkeit des Unglaubens ; beweisend die höhere Bestimmung und Depravation der Natur aus ihr selbst, erhärtend die christliche Lehre über Sünde, Natur und Mensch durch das im irdischen Daseyn erfolgende Durchschlagen der primitiven Verhältnisse. Es ist ein Urtheil, die Verwerfung und Nichtigkeit des Unglau bens und Irrthums jeder Art in sich befassend, und (besonders wenn noch der dritte sehnlich zu erwartende Band erschienen) als Resultat ergebend, was Hölle und Himmel einst seyn werden. Darum mag dies Werk ein zeitlicher (also unvollkommner) Carton der Ewigkeit genannt werden.

Wir vermögen mit Hinsicht auf dasselbe in der That nicht zu begreifen, wie ein vernünftiger und konsequenter Offenbarungsgläubige, der von der Kirche, und dem Leber, Lieben und Segen ihrer Heiligen getrennt ist, es lesen, bes herzigen und als wahr annehmen könne; ohne sogleich in ihren Gnadenschooß zurückzukehren. Nur aus zwei Gründen wird uns so was noch als möglich denkbar: vor allem aus der schweren häretischen Erbschuld, welche die einmal ihr Verfallenen mit Todesmacht umfängt; und dann aus deren eignem Stolze, nach der Gewalt, welche der geistige und fleischliche Egoism, wo er nicht gebändigt ist, über die Intelligenz des Menschen übt. So bleibt denn höchst wahrscheinlich, troß dieses neuen überweisenden Zeugnisses auch jezt wieder aus diesen beiden Ursachen, in höherer Zulassung Gottes, der Schleier über ihren selbstgeblendeten Augen liegen. Denn während in empfänglicheren Zeiten ein solches Buch eine halbe Welt umgekehrt hätte, wird es viel bedürfen, daß es bei seiner immer erfolgreichen Zukunft, für die Gegens wart nicht wie schon so Manches andere Treffliche ganz spurlos vorübergeht.

Wir aber schließen mit jenen Worten Simeons, die

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bei Lesung dieses Werks öfter unwiderstehlich und unwillfürlich unserer Seele entstiegen, und die auch hier in so vielfacher Rücksicht eben so passend erfüllt sind: Nunc dimittis servum tuum Domine, quia viderunt oculi mei salutare tuum, quod parasti ante faciem omnium populorum: lumen ad revelationem gentium et gloriam plebis tuae Israel.

Der gläubige Leser, der Beherziger, und der Autor mag nach Beendigung eines solchen Werkes, jeder aus eigenen Gründen, wenn nur immer sonst Nichts im Wege steht getrost der Ewigkeit entgegensehen; der Spötter Theil aber ist im Schwefelpfuhl !

Der innere Christ. Oder: Gründliche und vollständige Anleitung, die innere Gleichförmigkeit zu erlangen, welche der Christ mit Christus haben soll. Von dem gottseligen Johannes von Bernieres Louvigni. Neue deutsche Ausgabe von Michael Singel. Mit einem Titelkupfer. Regensburg, 1837. Ver: lag von G. Joseph Manz. kl. 8. G. XXIV., 635

Die Wege sind verschieden, auf denen Gott die Seelen zur ewigen Bestimmung hinanführt. Dieser Verschiedenheit der Wege ungeachtet muß indeß jede Seele, die unter Gots tes Gnadenführung stehen will, auch dessen innere Einsprechungen aufnehmen und befolgen. Daher muß jeder Christ in seiner Art ein innerer Christ und Jesu Christo gleichförmig seyn. Es soll jedoch hierdurch nicht gesagt werden, daß jeder Christ in aller Weise so beschaffen seyn müsse, wie der fromme Louvigni seinen innern Christen darstellt. Die äußeren Lebensrichtungen, die nicht immer von uns abhangen, und in sich auch schon verschieden seyn müssen, um jeglicher Berufsart in der Gesellschaft zu genügen, lassen nicht zu, daß jeder Mensch eine und dieselbe äußere Lebensweise annehme. Die innere christliche Gesinnung aber, durch die wir bei der größten äußeren Verschiedenheit doch Jesu Christo gleich

förmig werden können und sollen, hat eine Wurzel aus der sie erwächst, einen Stamm, in dem, sie erstarkt, eine Frucht, in der sie sich bewährt. In dieser Beziehung kann jeder Christ, der das innere Leben in Christo und die Gleichförmigkeit mit Christo zu erstreben sucht, aus diesem asketischen Werke vielfachen Nußen schöpfen.

Zuerst muß der Christ dem äußeren Wesen und Thun, das außer der christlichen Richtung ist, entsagen und absterben; dann dem inneren und übersinnlichen Leben nachstreben; hierdurch wird er stets in der Gegenwart Gottes wandeln; darum sich gerne von den unnöthigen Zerstreiungen des Lebens zurückziehen; dagegen mit dem Heilande in der heil. Communion sich auf das Innigste vereinigen; mit Jesu vereinigt gerne die äußern und innern Kreuze tragen; oft und freudig im Gebete und der Beschauung sich üben; und endlich lernen im geistigen Leben allzeit den rechten Weg einzuhalten. Dieß ist auch der Inhalt des ganzen Buches. Allerdings gehen die darin enthaltenen Lehren und Beherzigungen über das Alltagsleben der meisten Christen hinaus; doch sind sie, genau betrachtet, der innere Kern echt christlicher Gesinnung, und müssen in jeder gottgefälligen Seele, je nach ihren Verhältnissen sich bethätigen. Dem Hrn. Ueberseßer sind wir also für seine Gabe zu Dank verpflichtet, und dieß um so mehr, da er Alles in den Worten und Ausdrücken entfernt hat, was irgendwie Anstoß eines verdäche tigen Quietismus, den man da oder dort hat finden wollen, geben könnte. Das Einzige wäre jedoch noch zu wünschen, daß die Uebersetzung durchweg, bei aller Einfachheit des Ausdruckes, so fließend und gerundet gehalten wäre, daß man das französische Original nicht manchmal durchschimmern sähe. Das Buch verdient in die Hände aller innig frommen und tiefen Christen zu kommen.

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Die gesammte katholische Lehre in ihrem Zusammenhange. Vorgetragen in Katechesen an der Metropolitankirche Unsrer 2. Frau in München, von Herenäus Haid, der Theologie Doktor und erzbischöfl. geistlichem Rathe. Erster Band. Von dem Glauben. München, 1837. Bei Jacob Giel. gr. 8. S. XXXVI, 316.

Das Vorwort dieses ersten Bandes eines katechetischen Werkes, welches in mehreren Bänden erscheinen soll, verdient vorerst gelesen zu werden, und ist, wie der Hr. Vers fasser es auch bezeichnet, in der That ein „nothwendiges Vorwort." Es erklärt nicht nur die Entstehung dieses Buches und den darin eingehaltenen Gang, die Einführung der Christenlehre an den Sonn- und Feiertag-Nachmittagen in der Metropolitankirche zu München und den damit vers bundenen Segen; sondern entwickelt auch die Verfahrungsweise, welche Hr. Dr. Herenäus Haid in den übernommenen Katechesen beobachtet. Diese aber ist rührend und sehr belehrend, namentlich für Solche, welche vermeinen, das Katechisiren sey ein leichtes Geschäft und erfordere keine bes sondere Aufmerksamkeit und noch weniger Anstrengung. Der geübte und tiefsinnige Dr. Haid hält es für nothwendig, einen sichern Leitfaden bei seinen Vorträgen sich auszusuchen, und an diesen Leitfaden mit möglicher Gewissenhaftigkeit sich zu halten. Als Leitfaden hat er nämlich den bewährten rös mischen Katechismus, und wo dieser nicht auslangt, den Inbegriff der christlichen Lehre von Petrus Canisius gewählt. Den römischen Katechismus und was er aus Canisius anführt, giebt er in treuer Uebersetzung. Die Einleis tung in die jedesmalige Christenlehre und den Schluß, wo solches zur Nachweisung des Zusammenhanges oder einer besondern Anmahnung erforderlich scheint, giebt der Hr. Vers fasser aus seinem eigenen, reichhaltigen Vorrathe und sucht das Ganze meistens durch geeignete Beispiele anschaulich zu machen. Das Ueberseßte aus dem römischen Katechismus ist Hr. Haid bedacht, zuerst sich in das Gedächtniß, so viel

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möglich, treu einzuprägen, und dann dasselbe sorgsam und doch frei vorzutragen. So wichtig ist diesem ausgezeichneten Lehrer der ihm übertragene katechetische Unterricht. Möchte jeder Priester, dem das Katechetenamt in der Schule oder in der Kirche übertragen ist, mit gleicher Gewissenhaftigkeit dasselbe zu erfüllen sich bestreben, und da wo sein eigener Fleiß mit dem eigenen Wissen nicht ausreichen kann, anderswo, aber in wahrhaft katholischen Büchern die erforders liche Nachhülfe suchen, und sich das Gefundene in solcher Weise aneignen, daß er, wie aus seinem Schaße, Neues und Altes hervorbringe. Schließlich bemerkt Referent noch, daß der erste Band, wie schon auf dem Titel angedeutet wird, das apostolische Glaubenssymbolum behandelt. Druck und Papier sind gut.

Lebensgeschichte des ehrwürdigen Vaters Peter Canisius aus der

Gesellschaft Jesu, verfaßt von Vater Johann Dorigny, aus derselben Gesellschaft. Ins Deutsche überfest und mit ge= schichtlichen Noten vermehrt von Dominik Schelkle, ehemaligem Profeffor am katholischen Schulhause zu St. Salvator in Augsburg. Mit einer Vorrede von Dr. Karl Egger, Domcapitular und bischöflich - augsburgischem Offizial. Erster Band. S. XXX. 388. 3weiter Band. S. 292. Fl. 8. Wien, Druck und Verlag der Mechitaristen - CongregationsBuchhandlung. 1837.

Es ist zwar schon eine Uebersetzung dieser Lebensgeschichte des ehrwürdigen Canisius erschienen, welche alle Anerkennung verdient, wie dieß sich schon erwartet läßt, da sie aus der Feder des gelehrten Dr. Herenäus Haid gefloffen ist; dadurch ist jedoch die vorliegende von dem würdigen Professor Schelkle durchaus nicht überflüßig, wie dies der verehrte Dr. Egger auch in seiner Vorrede andeutet. Der ehrwürdige Canisius hat um die katholische Kirche_namentlich in Deutschland, und zugleich um die katholisch wissenschaftliche Bildung in seiner und in der spätern Zeit ein sols ches Verdienst sich erworben, daß dieses sein Wirken nicht

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