Abbildungen der Seite
PDF
EPUB

„Ah! dites, ma mère, m'amie
Ce que j'entends pleurer ici“?
Ma fille, ce sont les enfants
Qui se plaignent du mal de dents“.

„Ah! dites, ma mère, m’amie
Ce que j'entends clouer ici“?
„Ma fille, c'est le charpentier
Qui raccommode le plancher“.

„Ah, dites, ma mère, m'amie
Ce que j'entends chanter ici?
,Ma fille, c'est la procession
Qui fait le tour de la maison“.

„Mais dites, ma mère, m’amie,
Pourquoi donc pleurez vous ainsi"? -
„Hélas, je ne puis le cacher,
C'est Jean Renaud qui est décédé“.

„Ma mère, dites au fossoyeur, Qu'il fasse la fosse pour deux, Et que l'espace y soit si grand,

Qu'on y renferme aussi l'enfants !
Giebt es etwas Hinreissenderes? In nichts aber giebt es den
beiden mitgetheilten Gedichten die Legende vom heiligen
Nicolaus nach:

Il était trois petits enfants,
Qui s'en allaient glaner aux champs.

S'en vont au soir chez un boucher.
„Boucher, voudrais - tu nous loger“?
„Entrez, entrez, petits enfants,
Il y a de la place assurément“.

Ils n'étaient pas sitôt entrés
Que le boucher les a tués,
Les a coupés en petits morceaux,
Mis au saloir comme pourceaux.

Saint Nicolas, au bout d'sept ans,
Saint Nicolas vint dans ce champ.
Il s'en alla chez le boucher:
„Boucher, voudrais - tu me loger“?

[merged small][merged small][merged small][merged small][merged small][ocr errors]

an

unser

Namentlich der Schluss erinnert unwillkührlich deutsches Lied: „Es zogen drei Bursche wohl über

, den Rhein.

Unbestreitbar hat man es hier mit wahrer Poësie zu thun, und doch werden die Gelehrten derartige Dichtungen nicht anerkennen, denn sie sind voll von Verstössen gegen den Reim, gegen die Prosodie, gegen die Syntax. Gleichwohl haben auch sie ihre Regeln. So z. B. auf das allerliebste couplet:

Si j'étais hirondelle,
Que je puisse voler,
Sur votre sein, ma belle,

J'irais me reposer. folgt ein zweites, welches also beginnt:

J'ai z’un coquin de frère ... Gäbe es das verführerische z nicht, das der Pariser, der Zouave, namentlich aber der Südfranzose, der für gewöhnlich nicht französisch spricht, gern überall einschiebt, und das man sogar

Z

unter dem directoire in die salons einzuführen suchte, so gäbe es an dieser Stelle einen schrecklichen Hiatus. Doch ohne die Form weiter zu berücksichtigen, dürfte die Frage nicht unstatthaft sein: Woher kommt diese Poësie? denn sie ist alt. Es scheint, dass seit den Zeiten Ronsards, nachdem die volksthüinliche Poësie überwunden war, die Gebildeten und das Volk, jedes seine besondere Poësie fortsetzten. Die akademischen Dichter waren an bestimmte Regeln gebunden, aber ihre Oden, Episteln, Liebesgedichte an Chloris u. s. w. wären dem Volke nicht minder unverständlich gewesen, als ihnen während des 17. und 18. Jahrhunderts diese Ergüsse wahren Gefühles.

Nachdem ich aber nun einmal einen festen Boden gewonnen habe, sei es mir erlaubt, gruppenweise diese Volkslieder weiter durchzunehmen. Gérard de Nerval liefert fast auf allen Gebieten Vortreffliches: ich will dazu dieses und jenes hinzufügen, was ich selbst hier und dort gehört, und sofern es mir alt zu sein schien, aufgezeichnet habe. Beiläufig will ich nur bemerken, dass derartige Sammlungen mit ungeheuren Schwierigkeiten verbunden sind, indem die betreffenden Lieder meist nur auf dem Lande traditionsweise fortgepflanzt werden, die Landleute aber nur äusserst schwer zur Mittheilung ihres Schatzes zu bewegen sind, weil sie meinen, der gebildete Mann wolle sich über sie lustig machen.

In der ersten Gruppe will ich

Ronden und Lieder allgemeinen Inhalts mittheilen.

Unsere Kinder, wenn sie unter sich sind, singen und tanzen ihr „Ringel Ringel Rosenkranz“! -- und so hat denn schon Bädeker in seinem Paris und Umgebungen die Bemerkung, dass im jardin du Luxembourg die französischen Kinder ähnliche Ronden singen, tanzen und mimisch darstellen. Wem es darum zu thun ist, recht viele und recht hübsche solcher Ronden mit den dazu gehörigen Melodien kennen zu lernen, dem können wir bei dieser Gelegenheit ein vortreffliches Buch empfehlen, das auch in anderer Beziehung jeden Kinderfreụnd aufs Höchste interessiren wird. Es führt den Titel: Jeux et exercices des jeunes filles par Mme de Chabreul, ouvrage illustré de 55 vignettes par Fath. Paris.

.

Librairie de L. Hachette et Cie 1860. Ich will nach diesem Buche, ohne mich weiter auf die Varianten einzulassen, die sich die Kinder in diesen Gesängen überall erlaubt haben, den Text einiger Ronden mittheilen, und eröffne den Reigen mit der von der marquise de Pompadour gedichteten

1.
Nous n'irons plus au bois,
Les lauriers sont coupés.
La belle que voilà
La lairons-nous danser?

Entrez dans la danse,
Voyez comme on danse,

Sautez,

Dansez,
Embrassez cell' que vous aimez.

2.
La belle que voilà
La lairons-nous danser?
Mais les lauriers du bois
Les lairons-nous faner?

Entrez dans la danse, etc.

3. Mais les lauriers etc. Non, chacune à son tour, Ira les ramasser.

Entrez etc.

4.
Non, chacune etc.
Si la cigale y dort,
Ne faut pas la blesser.

Entrez cet.

5.
Si la cigale etc.
Le chant du rossignol
La viendra réveiller.

Entrez cet.

6. Le chant etc. Et aussi la fauvette

Avec son doux gosier.

Entrez cet.

7.
Et aussi etc.
Et Jeanne la bergère
Avec son blanc panier.

Entrez etc.

8.

Et Jeanne etc.
Allant cueillir la fraise
Et la fleur d'églantier.

Entrez etc.

9.
Allant cueillir etc.
Cigale, ma cigale,
Allons, il faut chanter.

Entrez etc.

10.
Cigale, ma cigale etc.
Car les lauriers du bois
Sont déjà repoussés.

Entrez etc.

Am meisten bekannt unter diesen Rundgesängen, ja ich möchte

fast sagen, in ganz Frankreich verbreitet ist die Ronde von • Biron, zu der Mme de Chabreul bemerkt: „On prétend que

cette ronde a été composée à l'occasion du supplice du maréchal de Biron, condamné, sous Henri IV, pour crime de haute trahison“. Sie lautet:

Quand Biron voulut danser,
Ses souliers fit apporter,

Ses souliers tout ronds.
Vous danserez, Biron.

2.
Quand Biron voulut danser,
Sa perruqu' fit apporter,

Sa perruque
A la turque,

« ZurückWeiter »