Kolonialismus

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Mihran Dabag, Horst Gründer, Uwe-Karsten Ketelsen
Wilhelm Fink Verlag, 2004 - 278 Seiten
Gewalt und auch vernichtende Gewalt scheinen in den diskursiven Konstruktionen kolonialer Wirklichkeit grundsätzlich angelegt zu sein. Sind also, wie etwa Jean-Paul Sartre meinte, kollektive Gewalt und Genozid zwangsläufige Konsequenzen des modernen Kolonialismus? Oder ist koloniale Gewalt, wie beispielsweise die Vernichtung der Herero, die sich in diesem Jahr zum einhundertsten Mal jährt, situationale Rückfälle in Handlungsstrukturen vormoderner Eroberungspolitik? Im Blickpunkt der Beiträge des Bandes steht die Frage nach dem gewaltgenerierenden Potential kolonialer Diskurse, die im Kontext unterschiedlicher Beispiele der Kolonialgeschichte untersucht werden. Welche sprachlichen Strategien der Exklusion lassen sich in kolonialen Diskursen erkennen? Welche Rolle spielen koloniale Konstruktionen des 'Eigenen' und des 'Fremden' - auch hinsichtlich der Übertragung auf andere Diskursfelder? Gehörte die Vernichtung des 'Anderen', des 'Fremden' explizit oder implizit zum kolonialen Programm? Welche Bedeutung kommt der Kategorie 'Genozid' für das Verstehen kolonialer Gewalt, welche Bedeutung der Analyse kolonialer Gewaltakte für unser Verständnis von Genozid zu? Die Annäherungen des interdisziplinär angelegten Bandes eröffnen in der Fokussierung der Strukturen kolonialer Wirklichkeitskonstruktionen und ihrer Rückbindung an nationale Programme und Zukunftsentwürfe neue Blickwinkel für die Analyse von Gewaltprozessen in der Moderne.
 

Ausgewählte Seiten

Inhalt

Abschnitt 1
5
Abschnitt 2
6
Abschnitt 3
7
Abschnitt 4
19
Abschnitt 5
67
Abschnitt 6
95
Abschnitt 7
111
Abschnitt 8
136
Abschnitt 10
154
Abschnitt 11
167
Abschnitt 12
185
Abschnitt 13
216
Abschnitt 14
232
Abschnitt 15
260
Abschnitt 16
261
Abschnitt 17

Abschnitt 9
150

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